"Ya-ou Xie vermag eine magisch-halluzinatorische Atmosphäre zu schaffen", kommentierte die französische Zeitschrift "Lettre du Musicien" das Klavierspiel Ya-ou Xies.

Die Pianistin und Dirigentin Ya-ou Xie wurde in Südwestchina geboren. Als Solistin trat sie auf internationalen Musikbühnen und mit großen Orchestern, u.a. wie dem China National Orchestra, dem National Orchestra Taiwan, dem Sinfonie Orchester Berlin, der Neuen Philharmonie Westfalen und dem Orchestre National de Lille, auf.

Als Preisträgerin bei bedeutenden Wettbewerben wie dem Concours Orléans, dem Premio Jaén, dem Concours Olivier Messiaen sowie beim Internationalen Musikinstitut Darmstadt, erhielt Ya-ou Xie besondere Auszeichnungen für ihre Interpretation der Werke von Franz Liszt, Claude Debussy, Arnold Schönberg, George Crumb und Luciano Berio.

Zu ihren Lehrern gehören Wan Ing Ong (Stuttgart), Hans Leygraf (Berlin), Pascal Devoyon (Berlin), Pierre-Laurent Aimard (Paris), Claude Helffer (Paris), Zhao Pingguo (Beijing), Li Mingqiang und Lin Eryao (Shanghai). Mit einem Stipendiumspreis der renommierten „International Piano Academy Lake Como“ konnte sie bei großen Künstlern wie Dmitri Bashkirov, Boris Berman, Leon Fleischer, Alicia de Larrocha und William Grant Naboré studieren.

Parallel zu ihren Klavierstudien hat Ya-ou Xie in Shanghai bei Huang Xiaotong Orchesterdirigieren und bei Ma Geshun Chorleitung studiert. Als wiederkehrende Stipendiatin wurde sie von Dartington Sommer School nach England für den Dirigieren-Meisterkurs bei Diego Masson eingeladen. Dort dirigierte sie außer zahlreichen symphonischen Werken auch die Opern „Madama Butterfly“ von Puccini und „Le Nozze di Figaro“ von Mozart. Sie ist Mitgründerin und Leiterin des Ensembles „Berlin PianoPercussion“, das international tätig ist. Bei dem Opernprojekt „Kleist“ von Rainer Rubbert am Brandenburger Theater war sie Assistentin und dirigierte mehrere Ensemble-Proben. Mit großem Erfolg ist Ya-ou Xie auch schon mit dem YACOB aufgetreten. Dabei dirigierte sie Schönbergs Kammersymphonie, die europäische Erstaufführung von Chen Yis „Wu Yu“ und vom Klavier aus dirigierend, Mozarts Klavierkonzert B-Dur KV 456.

Neben ihrer intensiven Auseinandersetzung mit dem klassischen Repertoire nimmt die Beschäftigung mit chinesischer und westlicher zeitgenössischer Musik eine herausragende Stellung in ihrem künstlerischen Schaffen ein. So arbeitete sie u.a. mit den Komponisten George Crumb, Helmut Lachenmann, Georg Katzer, Xiaoyong Chen und Qigang Chen zusammen und brachte zahlreiche Werke zur Ur- bzw. Erstaufführung.

Die musikalische Arbeit von Ya-ou Xie ist durch mehrere Rundfunk- und Fernsehmitschnitte u.a. vom Deutschland Radio, China Central TV, Radio4 Hongkong, Radio3 Brüssel und Südwestdeutschen Rundfunk dokumentiert. Auf CD sind bisher Werke von Debussy, Schönberg, Schulhoff und Messiaen erschienen.

Pianistenlegende Claude Helffer bedachte die Pianistin mit höchstem Lob:

Nur selten unter den jungen Interpreten trifft man eine derart vollkommene Balance zwischen technischer Vollkommenheit und jenem Reichtum an Sensibilität an, sich den Stil des jeweiligen Komponisten von Bach, Mozart bis zu Messiaen und Berio derart umfassend anzueignen, wie bei Xie Ya-ou. Überflüssig, von Xie Ya-ous phänomenaler Technik zu sprechen: man vergisst diese, sobald sie zu spielen beginnt. Der Saal füllt sich mit purer Musik…

Helmut Lachenmann: "Wunderbar ... mit höchstem professionellem Einsatz. Ich habe totales Vertrauen in die pianistische und gestalterische Qualität von dieser Künstlerin."

Pressestimmen:

...Zu ihnen gehört auch George Crumb, der in diesem Jahr 80 wird und von MaerzMusik am Dienstag mit der Gesamtaufführung seines über zweistündigen Zyklus "Makrokosmos" aus den 70er Jahren geehrt wurde; hingebungsvoll und klangsinnlich gespielt von der Berlin PianoPercussion. - Berliner Zeitung - Feuilleton 27.03.2009, von Peter Uehling - Weite Landschaften aus Tasten

... Und dann war da noch ein weiterer alter Meister. George Crumb. Zu Ehren des 80. Geburtstages gab es im Radialsystem V die Gesamtaufführung seines opus magnum "Makrokosmos I - IV". Eine enorme Anstrengung, der sich Pianistin Ya-ou Xie und ihre Mitstreiter mit Bravour und phantastischem Gespür für die phantasmagorischen Kapazitäten entledigten. Traumlandschaften auch hier. Und eine stupende Beherrschung des Materials. Ein Glücksfall an Musik und Interpretation. - Frankfurter Rundschau - Feuilleton 29.03.2009, von Jürgen Otten

... Das Thema Schlagwerk setzte sich fort in der beeindruckenden Aufführung des Makrokosmos von George Crumb durch das Ensemble Berlin PianoPercussion im Radialsystem V. - ZDF theaterkanal 29.03.2009 - Festival MaerzMusik 2009 stieß auf überwältigende Resonanz

... Höhepunkte von MaerzMusik 2009 waren die Aufführung des Makrokosmos von George Crumb durch das Ensemble Berlin PianoPercussion im Radialsystem sowie das Werk "Drumming" von Steve Reich, das vom Ictus Ensemble aus Brüssel im ausverkauften Kammermusiksaal der Philharmonie aufgeführt wurde. - Klassik.com 30.03.2009 - Festival MaerzMusik zieht positive Bilanz

Einem weiteren Meilenstein der Musik des Späten 20 Jahrhunderts konnte man in George Crumbs monumentalem Klavierzyklus Makrokosmos(1972-79) begegnen – eine Reverenz an den fast 80-jährigen amerikanischen Altmeister. Der Mystiker beschwört in dem Klavierkompendium fantastische, imaginäre Klanglandschaften. Der elektronisch verstärkte Klang der Klaviere, überdies die verfremdete Behandlung der Klaviersaiten evozieren geradezu eine Verräumlichung der Musik. Faszinierend war der höchst engagierte Einsatz der chinesischen Pianistin Ya-ou Xie und ihrer Mitstreiter für dieses Ausnahmewerk! - Neue Merker-Wien, 2.4.2009, von Dietrich Bretz

"Pianista de una sensibilidad especial" (Eine Pianistin von außergewöhnlicher Sensibilität) - Diario Jaén, Spanien, 22/03/2002

"viel Einfühlungsvermögen…, Musikalität und technische Brillanz… Xie traf die verschiedenen Stilrichtungen und Formen genau" - Stuttgarter Zeitung, 31/08/1999

“ Welch starke Persönlichkeit ... Brillanz durch ein Spiel von Geschmeidigkeit und Präzision... Xie Ya-ou vermochte eine magischhalluzinatorische Atmosphäre zu schaffen ... ausdrucksstarke romantische Klarheit ... eine vollkommene Umsetzung der Idee des Kammermusikalischen." - Lettre du Musicien, Frankreich, April 2004

“ Ihre Technik enthüllt eine sichere und gefühlvolle Expressivität, die keine Gleichgültigkeit zulässt. Die Palette ihrer Nuancen hört nicht auf, das Publikum zu verzaubern, sie reicht vom Subtilsten bis zum kaum Wahrnehmbaren." - Resmusica, Frankreich, 24/05/ 2005

“ Bella la sua fantasia interpretativa, soprattutto nei brani che le sono congeniali, come Le baiser de l'Enfant Jésus di Messiaen, dove ha sfoderato un misticismo pieno di gioia partecipata.” - (Schön ist ihre interpretatorische Phantasie, besonders kongenial in dem Stück Le Baiser de L' Enfant Jesu von Messiaen, in dem sie eine Mystik der teilnehmenden Freude evoziert.) - La Provincia , Italien, 16/05/2005

„ Ihre Feinfühligkeit gegenüber den vielfältigen Klängen und Nuancen trifft genau den Stil ... Langer Atem und Tiefe... “ - Piano Artistry, China, März 1997